Dienstag, 1. Januar 2008

Frohes neues Jahr!! Auf der größten Party Brasiliens...

Zwei Millionen Menschen, Nachttemperaturen bis zu 35 Grad und ein 23minütiges Feuerwerk auf dem Meer - Sylvester an der Copacabana!
Schon nachmittags brechen wir, Lenas Familie und ich, von Niterói nach Copacabana auf, sechs Gringos in weiß... Weiß ist die traditionelle Farbe der Sylvester-Kleidung sowie der Blumen, die um Mitternacht der Meeresgöttin Iemanjá dargebracht werden. Wider Erwarten sind es nicht hauptsächlich dicke, schwarze Frauen, die den Kult der afrobrasilianischen Religion Umbanda begehen, sondern der Querschnitt der Bevölkerung - inklusive wir Touris.
Nach einem sehr teuren, aber guten Essen (Rio kann um Sylvester sämtliche Preise problemlos verdoppeln, sei es in Hotels oder Restaurants) flanieren wir zum bereits gut gefüllten Strand, trinken Caipirinhas von einem der zahlreichen Stände im Sand und schauen den Cariocas beim Samba-Tanzen zu. Obwohl ich die Schritte mittlerweile drauf habe, will ich sie doch lieber nicht auf so rutschigem Grund unter Beweis stellen... Einige 100 Meter vor uns ist eine Riesenbühne, aber den sambista Diogo Nogueira hören wir nur - aus einer der über den gesamten Strand verteilten 35 Riesenboxen.
Zehn Minuten vor Mitternacht beginnt der Countdown auf dem Gebäude des Marriott-Hotels an der Avenida Atlântica. Noch über eine Minute, da wird es plötzlich taghell: Der Himmel über dem Meer explodiert in allen Farben und Feuerregen, und zwei Millionen Menschen stehen still.

http://oglobo.globo.com/rio/mat/2007/12/31/327835314.asp

Nach einigen andächtigen Sekunden beginnt die Menge, den Countdown zu Ende zu zählen, die Bewegung kehrt zurück. Jubelschreie und Umarmungen begrüßen das neue Jahr, und klassische Musik setzt an, die himmlischen Lichtspiele zu begleiten. Vor mir liegen sich zwei Männer in den Armen und weinen, hinter uns springt ein Brasilianer hervor und wünscht uns allen ein 'happy new year'. 23 Minuten wird der Himmel erleuchtet, von 22.ooo Raketen. Als die letzten Glühwürmchen zwischen den Sternen hindurchfallen, begeben wir uns zum Meer, um über sieben Wellen zu hüpfen und uns sieben Dinge für 2008 zu wünschen. Mit uns hüpfen Tausende, und das Wasser ist voller Blumen und Menschen.

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